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CRA · Apps · Produkt mit digitalen Elementen

Cyber Resilience Act: was Banken und Versicherungen jetzt prüfen sollten

Der Cyber Resilience Act (CRA, Verordnung (EU) 2024/2847) ist seit 10. Dezember 2024 in Kraft. Für österreichische Finanzinstitute wird er vor allem dort relevant, wo Software oder Apps unter eigener Marke auf dem EU-Markt bereitgestellt werden.

Was der CRA regelt

Der CRA ist ein horizontaler EU-Rechtsakt für Produkte mit digitalen Elementen. Er betrifft Hardware- und Softwareprodukte, die auf dem Unionsmarkt bereitgestellt werden und deren Zweck oder vorhersehbare Nutzung eine direkte oder indirekte Verbindung zu einem Gerät oder Netzwerk einschließt.

Für Banken und Versicherungen ist die Rollenklärung entscheidend: Hersteller ist nicht automatisch jedes Institut, das Software nutzt. Hersteller ist typischerweise, wer ein Produkt entwickeln lässt oder entwickelt und es unter eigenem Namen oder eigener Marke vermarktet. Gerade bei Mobile-Banking-Apps, Versicherungs-Apps oder White-Label-Lösungen sollte diese Frage früh geprüft werden.

SystemCRA-Prüffrage
Mobile Banking AppWird die App unter eigener Marke bereitgestellt und vom Institut verantwortet?
Versicherungs-AppIst das Institut Hersteller, Importeur, Händler oder nur Nutzer einer fremden Lösung?
Online-Banking-PortalIst es ein bereitgestelltes Produkt mit digitalen Elementen oder primär ein individueller Online-Dienst?
Kreditrechner mit Backend-AnbindungWird eine eigenständige Softwarekomponente auf dem Markt bereitgestellt?
Zugekaufte KernsoftwareTrifft die Herstellerpflicht primär den Anbieter, während DORA- und Vertragssteuerung beim Institut bleiben?

Die drei zentralen Fristen

DatumWas giltPraxisfolge
10. Dezember
2024
CRA in Kraft getretenRollenklärung, Produktinventur und Entwicklungsprozesse sollten vorbereitet werden.
11. September
2026
Reporting nach Art. 14 CRAAktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle sind über die CRA Single Reporting Platform zu melden.
11. Dezember
2027
Volle Anwendung der HauptpflichtenEssential Cybersecurity Requirements, technische Dokumentation, Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung werden relevant.

Was der CRA praktisch verlangt

  • Cybersecurity-by-Design und sichere Standardkonfigurationen
  • Vulnerability-Handling über den Supportzeitraum des Produkts
  • technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung
  • CE-Kennzeichnung vor dem Inverkehrbringen, sofern das Produkt in den Anwendungsbereich fällt
  • Meldeprozess für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Sicherheitsvorfälle

Abgrenzung zu DORA

DORA reguliert das Finanzunternehmen als beaufsichtigte Einheit und sein IKT-Risikomanagement. Der CRA reguliert das digitale Produkt und die Wirtschaftsakteure entlang der Produktkette. Beide Regime können nebeneinander relevant sein: Ein sicherheitsrelevanter Vorfall in einer App kann DORA-Meldepflichten an die FMA und CRA-Meldepflichten über die CRA Single Reporting Platform auslösen.

Fristen sauber trennen

Die CRA-Meldung startet mit 24 Stunden für die Frühwarnung und 72 Stunden für die vollständige Meldung. DORA-Fristen ergeben sich für schwerwiegende IKT-Vorfälle insbesondere aus der Delegierten Verordnung (EU) 2025/301: Erstmeldung innerhalb von 4 Stunden ab Klassifizierung und spätestens 24 Stunden ab Entdeckung, Zwischenmeldung nach 72 Stunden, Abschlussmeldung binnen eines Monats ab letzter Zwischenmeldung.

Was jetzt zu tun ist

  • Produktinventur: Welche Apps, Portale und Komponenten stellt das Institut unter eigener Marke bereit?
  • Rollenklärung: Hersteller, Importeur, Händler, Betreiber/Nutzer oder DORA-relevanter Drittanbieter?
  • Gap-Analyse gegen Annex I CRA und bestehende Secure-Development-Prozesse
  • Meldewege für CRA und DORA organisatorisch getrennt vorbereiten

Verbindung zu anderen Themen

EU AI Act, Vendor-KI und Audit-Readiness gehören in dieselbe Governance-Landkarte: Rollen, Pflichten, Nachweise und Meldewege müssen je System nachvollziehbar dokumentiert sein.

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Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information zum CRA, DORA und angrenzenden Pflichten. Sie stellt keine Rechtsberatung dar; Rollen nach dem CRA sind im Einzelfall zu prüfen. Stand: Juni 2026.