Die KI-Compliance-Treppe NEU
Welche Pflicht greift auf welcher KI-Reifestufe? Das Fahrplan-Modell für Vorstände — mit Selbstcheck.
Zur KI-Compliance-TreppeEU AI Act · DORA · DSGVO
Der EU AI Act – die EU-KI-Verordnung – gilt. Seit 2. August 2026 sind unter anderem die Transparenzpflichten anwendbar. Der Digital Omnibus hat die Hochrisiko-Fristen verschoben, nicht aber die Notwendigkeit einer belastbaren KI-Governance.
Seit dem 2. Februar 2025 gelten im Rahmen des EU AI Act die ersten verbindlichen Anforderungen, darunter das Verbot bestimmter KI-Praktiken und die Pflicht zur KI-Kompetenz für Personen, die Systeme mit Künstlicher Intelligenz (KI) einsetzen oder betreiben.
Was viele unterschätzen: Die regulatorischen Anforderungen kommen nicht einzeln. DORA, NIS2, DSGVO und der EU AI Act überschneiden sich mit unterschiedlichen Fristen, Behörden und Sanktionsregimen. Eine KI-bezogene Compliance-Verletzung kann gleichzeitig die FMA, die Datenschutzbehörde und den Betriebsrat betreffen.
Für mittelgroße Regionalbanken und Versicherungen in Österreich entsteht damit eine besondere Herausforderung: Sie betreiben oft dieselben Kernsysteme wie Großinstitute, verfügen aber über deutlich knappere interne Compliance-Ressourcen.
Neben dieser Finanzsektor-Vertiefung wird KI-Governance auch für Aktiengesellschaften außerhalb des Finanzsektors zum Leitungs- und Überwachungsthema: Vorstand, Aufsichtsrat, IKS und Berichtswesen brauchen einen gemeinsamen Rahmen.
Der Digital Omnibus zur KI ist als Verordnung (EU) 2026/1744 am 24. Juli 2026 im Amtsblatt veröffentlicht worden und seit 27. Juli 2026 in Kraft. Die Verschiebung ist damit geltendes Recht: Die Anforderungen an Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III gelten ab 2. Dezember 2027, jene nach Anhang I ab 2. August 2028. Nicht verschoben wurden die Transparenzpflichten nach Art. 50, die seit 2. August 2026 einzuhalten sind.
Welche Pflicht greift auf welcher KI-Reifestufe? Das Fahrplan-Modell für Vorstände — mit Selbstcheck.
Zur KI-Compliance-TreppeKI-Komponenten in eingekaufter Software oder frei genutzten Tools werden oft nicht als KI-System inventarisiert. Trotzdem können Pflichten nach EU AI Act, DSGVO und internen Governance-Vorgaben entstehen.
Mehr zu Shadow-KIDer EU AI Act ist seit 1. August 2024 in Kraft. Verbote und KI-Kompetenz gelten seit Februar 2025, die Transparenzpflichten seit 2. August 2026. Die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III folgen am 2. Dezember 2027.
Mehr zum EU AI ActÜber § 84 AktG und § 39 BWG wird KI-Governance zur Organisationspflicht. Nichtwissen über eingesetzte KI-Systeme ist kein tragfähiges Kontrollkonzept.
Mehr zur VorstandshaftungVorstand und Aufsichtsrat brauchen einen prüfbaren Rahmen für KI-Inventar, IKS, Risikomanagement, Berichtswesen und Organentscheidungen.
KI-Governance für AGsMarktführende Plattformen für Kernbanking, AML, Underwriting und HR können KI-Komponenten enthalten. Wer diese Systeme einsetzt, trägt eigene Betreiberpflichten.
Mehr zu Vendor-KIDie Grundrechte-Folgenabschätzung nach Art. 27 EU AI Act ist vor allem bei Kreditwürdigkeitsbewertung und Life-/Health-Insurance-Risikobewertung relevant.
FRIA verstehenChatGPT, Copilot, Claude und andere Allzweck-KI-Dienste brauchen klare Nutzungsregeln, Datenschutzprüfung, Inventarisierung und Provider-Due-Diligence.
Mehr zu GPAIApps und digitale Produkte unter eigener Marke können neben DORA auch CRA-Pflichten auslösen. Rollenklärung ist der erste Schritt.
CRA prüfenKI-Systeme mit Mitarbeiterdaten, HR- oder Kontrollfunktion können Betriebsratseinbindung und Betriebsvereinbarungen erforderlich machen.
ArbVG-Schnittstelle prüfenDer Weg zur EU AI Act-Compliance ist kein einzelnes Projekt, sondern ein strukturierter Prozess in mehreren Phasen: Bestandsaufnahme, Risikoklassifikation, Rollenklärung, Gap-Analyse, Governance und laufende Überwachung. Internationale Normen wie ISO/IEC 42001:2023 bieten dafür einen Rahmen. Sie ersetzen jedoch nicht die individuelle Auseinandersetzung mit den konkreten KI-Systemen, Geschäftsprozessen und Verantwortlichkeiten Ihres Instituts.
KI-Bias ist nicht nur ein technisches oder EU-AI-Act-Thema. Wenn KI-Systeme Diskriminierungsrisiken in HR, Kreditvergabe, Underwriting oder Kundenzugang erzeugen, können diese Risiken auch für CSRD-/ESRS-Berichterstattung relevant werden: als soziale Auswirkung, Governance-Thema, Risikomanagementfrage oder prüfbarer Nachweis.
Der internationale Standard für KI-Managementsysteme schafft Struktur, deckt aber nicht alle EU AI Act-spezifischen Pflichten ab.
ISO/IEC 42001 verstehenOhne vollständige Bestandsaufnahme bleiben Risikoklassifikation, FRIA und Governance lückenhaft.
Mehr zum KI-InventarPrüfbare KI-Governance heißt: Inventar, Rollen, FRIA, Logs, Meldewege und Nachweise jederzeit belastbar vorlegen können.
Audit-Readiness aufbauenKI-Compliance-Beratung aus einer Hand: Wir begleiten österreichische Finanzinstitute von der Erstbestandsaufnahme bis zur prüfbaren Governance-Struktur.
Projektbegleitung ansehenZentrale Begriffe aus EU AI Act, ISO/IEC 42001 und KI-Governance, jeweils mit Verweisen auf die passenden Themenseiten.
Glossar öffnenGerne besprechen wir Ihre individuelle Situation. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich und gibt Ihnen einen klaren Eindruck davon, wo Ihr Institut in Bezug auf KI-Governance heute steht.